spielfeld. lokalaugenschein.

veröffentlicht am 6. Februar 2016

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Spielfeld ist vorbereitet – auch auf den 37.501ten Flüchtling.

Im Nahen Osten ereignet sich eine neue Tragödie. Baschar al-Assad hat eine Offensive in der Region Alepo gestartet, mit massiver Unterstützung der russischen Luftwaffe. Seine Truppen treiben zehntausende SyserInnen in die Flucht und die einzige Richtung, die ihnen bleibt, ist nach Norden, zur Türkei. Doch die hält die Grenzen dicht – ganz wie die EU es fordert. Es führt kein Weg vorbei. Die Türkei muss ihre Grenzübergänge für syrische Flüchtlinge öffnen, die Flüchtlinge werden auch zu uns kommen, spätestens vor dem Sommer, wenn es um den 37.5001 Flüchtling geht, wird es sich entscheiden: Schießbefehl an unseren Grenzen, Abriegeln der Balkanroute für Flüchtlinge mit Beteiligung des Bundesheeres in Mazedonien oder Serbien, wie es Sebastian Kurz fordert, oder eine Kehrtwende der österreichischen Politik mit einer fairen europäische Lösung.

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Spielfeld ist vorbereitet.

Spielfeld wurde ausgebaut um Flüchtlinge zu versorgen, weiterzuleiten und baut auf Erfahrungen der letzten Monate auf. 4000 Menschen könnten notfalls nächtigen. Ein Lokalaugenschein.

3,5 ha groß ist das Arreal, dass den Behörden an der Grenze in Spielfeld zur Verfügung steht. Die beheizten Hallen und engen Gänge erinnern an eine Abfertigung am Flughafen Die freundlichen Gespräche mit Polizei und Heeresangehörige zeigen eines auf. Sie sind vorbereitet, Flüchtlinge zu empfangen, zu registrieren, zu versorgen und mit Bussen in Quartiere bzw. zur Weiterfahrt zu bringen. Ein ausgeklügeltes System der Abfertigung, wo auf dem ersten Blick die Gittersysteme abschrecken. Gleichzeitig erzählen alle Beteiligten unabhängig voneinander über die Geburt, die sie erlebt haben. Mutter und Kind wohlauf und inzwischen in Deutschland, von der täglichen Kooperation mit Caritas, Rotem Kreuz, Polizei und Bundesheer bzw. den KollegInnen über der Grenze. 100 Menschen kommen, werden aufgeteilt, registriert, 3-Finger-Abdrücke genommen, gecheckt, ob was vorliegt, Daten gelöscht. Noch. Die Bundesregierung möchte auch hier eine Änderung. Wozu das Datenvolumen, ist die Frage. Bei Asylantragstellung erfolgt diese, egal ob in D oder Ö. Das System reicht. Einschätzungsaustausch.

Hilfsorgansiationen organisieren vor Ort Essen, Kleidung und medizinische Versorgung.

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Am Mittwoch kamen 290 Flüchtlinge. 20 haben Asylantrag gestellt. 20 Menschen haben einen Asylantrag gestellt. Die meisten wollen weiter nach Deutschland. Wenn sie sagen, sie wollen nach Schweden, müssen sie zurück, ebenso bei falschen Angaben. 27 waren es gestern.

Die medial angekündigten 1000 Flüchtlinge kamen heute nicht.

Schießbefehl? Das kann doch kein Mensch ernstnehmen. Ein Wunsch? Dass keiner mehr fliehen muß. Dáccord.

Spielfeld ist vorbereitet, auf einen humanitären Umgang mit Flüchtlingen.

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Fotos: Günter Krammer  Fotos

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2 Kommentare

  1. […] der angepassten Sorte, die brav der vorgegebenen Agenda folgt. Sie berichtete kritisch von einem Lokalaugenschein der Grenzsicherung im steirischen Spielfeld und war natürlich beim Ablenkungsmanöver nach Köln […]

  2. […] angeblicher Menschenrechtsverletzungen an „Schutzsuchenden“ vor einigen Monaten an die steirisch-slowenische Grenze reiste, aber nur hilflos mit den Achseln zuckt, wenn man sie dazu auffordert, etwas für tausende […]

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