verunsicherung bei der mindestsicherung. eine antwort.

veröffentlicht am 28. September 2016

Weil es immer wieder vorkommt, dass nach Kampagnen der Kronen Zeitung oder der FPÖVP Menschen anrufen, schreiben, verunsichert oder empört sind, hier stellvertretend eine Antwort.

Anlass. Artikel von Richard Schmitt:  http://www.krone.at/wien/zu-wenig-kontrolle-bei-sozialhilfe-fuer-auslaender-beamter-packt-aus-story-530009

Sehr geehrter Herr H.,

zunächst herzlichen Dank für Ihr Email. Es ist mir nicht klar, ob Sie der Herr H. sind, der schon in X am Podium mit der FPÖ seine Besorgnis zum Ausdruck gebracht hat, aber das tut nichts zur Sache. Sie nehmen den Artikel von Richard Schmitt und den Berichten eines anonymen MA40 Mitarbeiters zum Anlass auch an Vicebürgermeisterin Vassilakou zu schreiben, die mir Ihr Anliegen als zuständige Sozialsprecherin weitergeleitet hat.

Lassen Sie mich so beginnen: Wir alle wollen uns darauf verlassen, dass die Feuerwehr kommt, wenn es brennt, die Rettung, wenn ein Notfall ist und ein Arzt, eine Ärztin bereitsteht, wenn eine Operation notwendig ist. Wir alle brauchen eine Mindest(ab)sicherung. Wenn Sie durch Wien gehen, treffen Sie durchschnittlich auf jede 10te Person, die in Wien lebt und bereits auf diese soziale Sicherheit angewiesen ist, sei es arbeitslos, oder mit wenig oder gar keinen Einkommen. Bis Ende des Jahres werden es 200.000 Menschen sein. Davon mehr als 50.000 Kinder, mehr als 14.000 Alleinerziehende, mehr als 30.000 anerkannte Flüchtlinge. Die 14.000 Alleinerziehende haben unter 25.000 Kinder. Wenn ein Herr Schmitt von einer Alleinerzieherin mit 11 Kindern spricht (insg. gibt es 3 Familien, auf die dies in Wien zutrifft), dann spiegelt es nicht die Realität wieder.

Es gibt strenge Regeln, um die Mindestsicherung bzw. die Ergänzungsleistung zu beziehen. Diese gelten für alle: alle müssen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, für alle gibt es Kürzungen bei Nichteinhaltung und der Bezug ist ebenfalls klar. Näher Infos dazu hier: https://wien.gruene.at/mindestsicherung

Pragmatische Lösungsvorschläge, wie es gelingen könnte, dass weniger Menschen Mindestsicherung beziehen, finden Sie hier: http://birgithebein.at/…/schmerzhaft-realpolitische-loesun…/

Ja, es stimmt. In einer Großstadt wird gedealt. Es ist Aufgabe der Polizei für Ordnung zu sorgen und es ist Aufgabe der Straßensozialarbeit auch im öffentlichen Raum soziale Unterstützung anzubieten. Je größer die Polizeieinsätze sind, desto mehr kommt es zu Verdrängung an anderen Orten. Je besser die Kooperation unter den zuständigen ExpertInnen ist, je mehr es alternativen Jobangebote v.a. für Jugendliche ohne andere Perspektiven gibt, desto eher werden sich alle Menschen im öffentlichen Raum sicher fühlen.

Weiters haben Sie in Ihren offenen Brief die FPÖ und den Islamismus angesprochen. Glauben Sie mir, wir sehen große ideologische Parallelen im Islamismus und Rechtsextremismus. Beides halte ich für unsere Demokratie schädlich. Hier gibt es nichts Schönzureden oder zu relativieren. Hier ist es notwendig, Bewusstsein zu schaffen, Netzwerke aufzuzeigen und die Augen zu öffnen. https://albertsteinhauser.at/…/die-sieben-gemeinsamkeiten-…/

Ebenfalls angesprochen haben Sie die Burka. Gegen die Burka und gegen ein Burkaverbot aufzutreten, ist beides mM notwendig.

Dann sprachen Sie noch von Ihren Ängsten auf dem Weg zur Arbeit. Hier muss ich innehalten, da ich nicht weiß, was Ihnen Angst macht. Angesprochen zu werden? Der Anblick? Hier kann ich Ihnen nicht korrekt antworten: wenn Sie sich konkret bedroht fühlen, wenn es um kriminelle Handlungen geht, ist es Aufgabe der Polizei, Sie zu unterstützen. Haben Sie den Eindruck, dass es hier viel Streit gibt, soziale Probleme vorherrschen, kann ich versuchen, SozialarbeiterInnen zu schicken. Dazu müsste ich den genauen Ort wissen.

Was ich Ihnen aber nicht anbieten kann, ist über Menschenrechte zu verhandeln. Oft scheint es mir, wird medial bewusst kampagnisiert, sei es von der Kronen Zeitung oder FPÖ, bei der Mindestsicherung auch von der ÖVP, wo es nur darum geht, Menschen gegenseitig auszuspielen, Hass und Neid zu schüren, Arme gegen noch Ärmere auszuspielen.

Eine Mindestsicherung brauchen wir alle.
beste Grüße
Birgit Hebein

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2 Kommentare

  1. Moon sagt:

    Stable isotope ratio analysis can also be used to determine the source of a chemical weapon. For example, an analysis of 65 different samples of cyanide demonstrated that it was possible to dietnrfetiafe 95% of the samples based on stable isotope ratios. Similar results have been found with various other toxic compounds which could be used as poisons. Isotope ratios can also be used to solve crimes in terms of isoscapes which I have written about elsewhere.

  2. I could never pull this off but there are such fun and beautiful options right now that I am would be willing to try! Love the phillip lim version. Have a lovely Easter weekend! xx, b

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