Betteln in Wien

Es kommt mir nicht wie ein „Erfolg“ vor, sondern wie eine dringliche Notwendigkeit, dass wir gemeinsam mit der BettelLobby-Wien im Namen einer Bettlerin eine Verfassungsklage eingereicht haben. Der Verfassungsgerichtshof hat festgestellt, dass stilles Betteln in Notlagen erlaubt ist. Nicht das Betteln ist das Problem, sondern die zunehmende Armut und Arbeitslosigkeit in Südosteuropa. Verbote, Kriminalisierung und Verdrängung von Armutsbetroffenen verschärft nur deren Situation und hilft niemandem. Wir haben kein sicherheits-, sondern ein sozialpolitisches Problem.

Was können wir tun?

Nicht die Armen, sondern die Armut bekämpfen: Unsere soziale Verantwortung ist es, das derzeitige Tabuthema Armutsmigration in Europa ernst zu nehmen und auch konkrete Hilfsangebote im sozialen Wien in diesem Bereich zu setzen. Mein Ziel ist es nach wie vor, SozialarbeiterInnen, die unterwegs sind, um Bettler*innen muttersprachlich zu unterstützen, einzusetzen. Weiters fehlen die Schnittstellen zwischen Bettler*innen, NGOs, Behörden, Anlaufstellen und der Polizei.