Bildung

Wien schneidet bei den Bildungstests traditionell schlecht ab. Wer sich aber die Details ansieht, weiß: Es ist die Herkunft, der soziale Hintergrund, der über den Schulerfolg entscheidet. Wien hat eine hohe Anzahl an SchülerInnen mit schwierigen Startbedingungen und Wien hat zu lange zugesehen, wie segregierte Schulen entstanden sind. Durchmischung ist wichtig, sie hebt die schulischen Leistungen.

Was können wir erreichen?

Vergeben wir mehr Geld an jene Schulen, die mehr Unterstützung benötigen, machen wir die jeweiligen Standorte attraktiver – das ist der einzig sinnvolle Weg, um Durchmischung zu erreichen. Es gibt großartige Beispiele in Wien, wie Bildung gelingen kann, von der Integrativen Lernwerkstatt Brigittenau (ILB) bis zur Volksschule Brüßlgasse. Wien hat mit den Campusschulen den richtigen Ansatz, Bildung aus einem Guss von der Kinderbetreuung bis zur Matura anzubieten. Bauen wir das Campus-System aus. Nicht nur wie derzeit Kindergarten, Volksschule und Neue Mittelschule, sondern auch fortführende berufsbildende Einrichtungen und die Möglichkeit, die Matura zu machen. Wir wissen: Je länger Kinder gemeinsam lernen, desto besser sind ihre Chancen. Die erfolgreiche Schule der Zukunft ist eine gemeinsame der Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren. Wir Grüne haben in der Bildungsreform 2017 die Möglichkeit zur Einrichtung von Modellregionen erfolgreich verhandelt. Also zeigen wir in Wien, wie das gelingen kann. Und nehmen wir dabei die Eltern mit und bieten im Campus auch ihnen Weiterbildungsmöglichkeiten.

Setzen wir auf gute Sprachlernmodelle. Wir müssen das Rad nicht neu erfinden, wenn wir in Wien von anderen lernen. Wien kann das Hamburger Modell zur Sprachförderung eins zu eins übernehmen. Dort gibt es ein durchgängiges Förderkonzept, das mit Kleinkindern beginnt und sich bis in die Oberstufen zieht und dabei auch die Eltern einbezieht. Dafür arbeiten in Hamburg 500 Sprachlern-Koordinator*innen. Sie haben eine spezielle Ausbildung und bilden sich laufend fort. Am Anfang jedes Schuljahres machen sie Sprachstandserhebungen mit allen Kindern und erstellen individuelle Förderpläne. Die Evaluierung erfolgt am Ende des Jahres wieder per Sprachstandserhebung. Eine schnell umsetzbare Maßnahme für Wien könnte sein, die ersten 100 Personen auszubilden und einzusetzen. Warten wir nicht länger!