Gesundheit

Nur noch 40 Prozent der Wiener ÄrztInnen haben einen Kassenvertrag. Besonders gravierend ist das im Fall der Hausärzt*innen. Auch haben Ordinationen meist nur 20-30 Stunden pro Woche geöffnet, viele Patient*innen weichen daher in Ambulanzen aus. Ein weiteres Problem: Bisher bekommen nur ärztliche Gesundheitsberufe finanzielle und allgemeine Anerkennung, während andere Sparten mindestens ebenso wichtig sind – Psychotherapie, Physiotherapie, Pflege…

All das wird mit der von der Bundesregierung angekündigten Zusammenlegung der Sozialversicherung nicht besser, sondern schlechter: Dem Gesundheitssystem soll bis 2023 eine Milliarde weggenommen werden, die den PatientInnen fehlen wird. Drohende Selbstbehalte können katastrophale Auswirkungen haben. Sie führen dazu, dass Menschen mit weniger Geld nur mehr im Notfall in die Ordination gehen. Schwere Krankheiten könnten verschleppt werden.

Was können wir erreichen?

Jeder Mensch in Wien hat Anspruch auf beste medizinische Versorgung. Prävention muss ein zentraler Leitgedanke bleiben! Für viele Probleme sind Primärversorgungszentren (PHCs) wie in Mariahilf eine gute Lösung. Für Wien wären 17 solcher Einrichtungen vorgesehen. Schaffen wir Anreize für (Jung!)Ärzt*innen, damit sie sich zu PHCs zusammenschließen, z.B. indem wir seitens der Stadt Infrastruktur zur Verfügung stellen und die rechtliche Absicherung neu denken. Gleichzeitig brauchen Jungärzt*innen wieder Anreize, Kassenärzt*innen zu werden. Andere Gesundheitsberufe brauchen mehr öffentliche Anerkennung und bessere öffentliche Finanzierung.