Wirtschaft

Wirtschaftspolitik, wie ich sie verstehe, setzt bei den Menschen an, nicht bei den Rahmenbedingungen für Unternehmen. Wirtschaftspolitik muss dafür sorgen, dass Waren und Dienstleistungen qualitativ hochwertig sind und so hergestellt oder erbracht werden, dass Umweltprobleme und globale Konflikte so gering wie möglich bleiben. Das Ziel muss sein, dass Menschen sich Dinge und Dienstleistungen leisten können. Schließlich braucht Wirtschaft Menschen, die Waren kaufen und Dienstleistungen bezahlen. Ohne Kund*innen gibt es keine Wirtschaft.

Wenn wir Wohlstand besser verteilen wollen, bedeutet das höhere Löhne. Und höhere Löhne bedeuten mehr Umsatz für Wirtschaftstreibende und niedrigere Sozialausgaben. Arbeitnehmer*innen, die gute Arbeitsbedingungen haben – gute Entlohnung, gesunder Arbeitsplatz, Entscheidungsfreiräume – sind wesentlich produktiver und erwirtschaften höhere Umsätze.

Was können wir erreichen?

Wir können einen ersten Schritt gehen: Öffentliche Ausschreibungen müssen gesundheitliche, soziale, ökologische und arbeitsrechtliche Aspekte zu zentralen Kriterien erklären. Wir können die Unternehmensförderung auf die Basis von guten Arbeitsbedingungen, Ausbildungswirkung, ökologischen Fußabdruck und gesellschaftlicher Verträglichkeit stellen. Wir können Teile der Dienstgeberbeiträge im Sozialsystem als Wertschöpfungsabgabe einheben und so kleine und mittlere Unternehmen, insbesondere Nahversorger und kleine Gewerbebetriebe, entlasten. Gleichzeitig müssen wir Menschen, die selbständig erwerbstätig sind, bürokratisch entlasten.